Ramersdorfer Kreuzweg: 6. Station

6. Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch.

Der lange Weg… das schwere Kreuz… die einzige Perspektive ist der Tod. Das ist natürlich enorm kraftraubend, anstrengend, schweißtreibend. Nach Maria und Simon ist Veronika nun die dritte Person, die Jesus auf seinem Kreuzweg begegnet. Auch sie mag vielleicht enttäuscht gewesen sein, hatte sie doch wie so viele ihre ganze Hoffnung in Jesus gesetzt, dessen Weg nun bald ein für alle Mal zu Ende zu sein scheint.
Aber selbst wenn Veronika Glaube und Hoffnung verlassen haben mögen: Die Liebe bleibt. Und so tut auch sie ihr möglichstes, um für den Menschen Jesus in dieser Stunde da zu sein. Ihr simples und doch so einfühlsames "Ich bin da" für Jesus wird ihr unbezahlbar von ihm zurückgeschenkt: Jesu Antlitz bleibt auf dem Schweißtuch zurück. Er sagt so allen Gläubigen und stellvertretend zu Veronika, was der Auferstandene später seinen Jüngern sagen wird und was als letzter Satz des Matthäusevangeliums überliefert ist: "Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt" (Mt 28,20).
Wann habe ich schon einmal gespürt, dass Jesus mit mir ist? Wo kann ich dem Auferstandenen begegnen? Wie kann ich ihm heute ein Schweißtuch reichen?

 

<< 5. Station          7. Station >>

06 Station